Wohnen & Garten

Die moderne Küche

Aktuell häufiger wird gekocht – und die KÜCHE als ganzheitlicher Lebensraum genutzt.

Foto: AdobeStock

13.05.2021

Dieses wird ein besonderes Jahr werden, wie auch 2020 unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Die Pandemie bremst das Leben aus, und gleichzeitig gewinnen Prozesse an Fahrt, die sonst Jahre gebraucht hätten. Die Prioritäten verlagern sich, es wird etwa mehr gekocht. Womöglich stand der Kauf einer neuen Küche noch gar nicht auf der Agenda, aber statt in Kleidung oder Reisen wird lieber in bleibende Werte investiert. So gab es im Küchenhandel trotz Corona ein signifikant positives Ergebnis. Vorrangig geht es beim Thema Küche um Komfort, Funktionalität und Wohnlichkeit.

Planung und Grundriss

Die großzügige, offene Küche steht bei vielen nach wie vor ganz oben auf dem Wunschzettel, sie ist lässig und kommunikativ. In den meisten Neubauten gehören die fließenden Übergänge zwischen Koch-, Ess- und Wohnbereich zum architektonischen Standard. Hier werden gerne sogenannte Pocket-Door-Schränke eingesetzt, mit denen die Küche im Nu verfügbar – und ruckzuck wieder unsichtbar ist. Hinter den hohen Türen, die beim Öffnen seitlich im Korpus verschwinden, kann eine Kaffeebar, eine Küchenzeile mit Geräten oder ein Regal mit Vorräten wunderbar versteckt werden.

Gleichzeitig steigt der Bedarf an kleinen kompakten Küchen mit perfekt optimiertem Stauraum. Der Grund: Gerade in den Städten hat sich der Immobilienmarkt weiter verschärft.

Beliebt sind Koch- und Vorbereitungsinseln. Die freistehenden Elemente lockern optisch auf, schaffen Arbeitsfläche, können ein zusätzlicher Essplatz sein und als Raumteiler fungieren.

Die Küche wächst über sich hinaus: Häufig werden auch angrenzende Bereiche wie Vorratskammer, Hauswirtschaftsraum, Garderobe, Ankleide und sogar das Badezimmer im Fachhandel gleichzeitig mitgeplant. Denn die typischen küchenspezifischen Merkmale wie Strapazierfähigkeit, Belastbarkeit, Bedienkomfort, Stauraumnutzung und die geübte Verbindung aus Möbeln und Technik bieten sich dafür einfach an. Ob Homeoffice oder das Sideboard neben dem Essplatz – Wohn- und Küchenmöbel aus einer Hand sorgen für einen einheitlichen Look.

Wenn es um den Stauraum für Teller, Tassen und Gläser geht, sind Oberschränke die Möbel der Wahl. Sie besitzen Schiebetüren oder aber Klappen, die sich nach oben öffnen, sodass man maximale Bewegungsfreiheit hat und sich nicht den Kopf stößt.

Schubkästen sowie praktische Apotheker- und Eckauszüge holen Lebensmittel, Kochgeschirr & Co. aus den Tiefen des Schranks nach vorn und nutzen Platzreserven optimal aus. Eine maßgeschneiderte und flexible Innenorganisation für Besteck und Vorräte macht alles übersichtlicher. Farben wie Grau und Schwarz und Eichenholz dominieren bei der Ausstattung, die meist Bezug auf das äußere Erscheinungsbild nimmt.

Der Look

Die aktuellen Stilrichtungen reichen vom Industrial Look über eine neutrale und pure Geradlinigkeit bis hin zum modernen und schlichten Landhaus-Look. Der traditionelle Landhausstil ist rückläufig. Zimmerpflanzen und Kräuter halten Einzug in die Küche, Stichwort Urban Farming. Neben dem klareren Skandi-Look gibt es auch Ausflüge in die rustikalere alpine Welt, Stichwort Holz und Natur.

Die klassisch-weiße Küche ist nicht wegzudenken, aber der Trend zur dunklen Optik bleibt: Die Möbelfronten präsentieren sich weiterhin in Schwarz und in Grautönen wie Anthrazit, Taupe oder Graphit. Dazu kommen warmes Beige und Sand sowie ausdrucksstarke Holz- und Betondekore. Wenn es dann doch einmal bunter zugeht, sind die Farben eher gedeckt oder mindestens pastellig.

Analog zu den Möbeln zeigt die Farbpalette der Arbeitsplatten viele Grau- und Brauntöne sowie Schwarz. Gern gesehen sind Naturstein und Holz mit markanter Maserung und Struktur – ob echt, als Dekor oder originalgetreu nachgebildet aus Keramik. Gefragt sind in erster Linie dünne Arbeitsplatten ab 12 Millimetern, aber auch Stärken um 40 Millimeter haben ihre Fans.

Die Küchennische von morgen hat viele Gesichter: Immer öfter fertigt man sie aus dem Material der Arbeitsplatte, dadurch entsteht eine durchgehende Optik. Parallel sind Paneele mit abstrakten Dekoren und unauffälligen Mustern im Kommen.

Die Materialvielfalt ist groß und reicht über Melaminharz, Schichtstoff, Furnier und Aluminiumverbundstoffe bis hin zu Glas.

Eine Alternative für die Wandverkleidung sind offene Stauraumlösungen oder Paneele mit Regalen und Ablagen, beispielsweise für Kochutensilien und Gewürze. Text: VDM