Sport mit dem Hund

Sie können auch bei Joggingrunden oder kleinen Radtouren treue Begleiter sein. Doch wer seinen Hund bei solchen Aktivitäten dabei haben möchte, sollte langsam starten – und die Routine pflegen.

Ein Hund kann motivieren. FOTO DPA

10.09.2022

Ob beim Wandern, Joggen oder Radfahren: Den Hund beim Sport einbeziehen, scheint logisch und naheliegend. Allerdings nicht ohne Plan, rät Hundetrainer Steve Kaye aus Thale im Harz. Womöglich überfordert man den Vierbeiner sonst. „Grundsätzlich spricht absolut nichts dagegen, gemeinsam mit dem Hund laufen zu gehen oder sonstigen Sport auszuüben“, so der Experte. Er gibt Tipps, damit Hund und Herrchen glücklich sind.

1. Routine etablieren und dabeibleiben: Im ersten Schritt sollte sich jede Hundebesitzerin und jeder Hundebesitzer realistisch selbst einschätzen: Möchte man wirklich regelmäßig Sport machen? Oft hält die Anfangsmotivation nicht lange und die Aktivitäten, an die sich der Hund langsam gewöhnt hat, werden abgebrochen. Das Tier könne in diesem Fall oft nicht nachvollziehen, warum es ständig Veränderungen in seiner Routine gibt. Es ist überfordert mit den Reizen und Erwartungen des Besitzers.

Vor allem bei Welpen ist das sehr wichtig. Junge, heranwachsende Hunde seien sehr schnell überfordert. So erziehe man sich schlimmstenfalls einen nervösen und unkontrollierten Hund, statt ihn wie gewünscht auszulasten und dabei selbst fit zu werden.

Tiere motivieren. FOTO DPA

2. Langsam steigern – vor allem bei jungen Hunden: In den ersten Monaten sollte vor allem die grundlegende Erziehung des Welpen im Vordergrund stehen. Auch die Beziehung zwischen Mensch und Hund sollte einen hohen Stellenwert haben. Daher gilt es, zusätzliche Aktivitäten wie den gemeinsamen Sport in sehr kleinen Schritten zu beginnen und den Hund dabei genau zu beobachten, rät Kaye. So kann man rechtzeitig reagieren, sollte der Hund überfordert sein. „Besonders bei großen Rassen wie der Deutschen Dogge sollte man zudem darauf achten, das Wachstum des Hundes nicht durch überflüssige Belastung zu stören“, erklärt der Experte. Wird der Hund sowohl mental als auch körperlich stark gefordert, muss außerdem die Ernährung entsprechend angepasst werden.

3. Abwechslung und Struktur reinbringen: Der Schlüssel zum Erfolg sei meist eine gute Abwechslung verschiedener Sportarten, so Kaye. Zudem sind Ruhe und Kontrolle während einer Sporteinheit ausschlaggebend und das genaue Beobachten des Hundes danach. Jedes Signal des Tieres sollte wahrgenommen und berücksichtigt werden.

Will man als Hundebesitzer fit werden, ist es durchaus sinnvoll, lange Touren in der Natur zu machen – schließlich sind frische Luft und Bewegung gesund für Mensch und Tier. Aber Vorsicht: Stundenlanges Laufen kann den Vierbeiner überfordern. „Lässt man bei langen Touren mit dem Hund jegliche Struktur links liegen, kann das dazu führen, dass der Hund im Jagdmodus mit der Nase auf dem Boden klebt und seinen Besitzer durch die Gegend zieht“, erklärt Kaye.

Ähnlich sieht es mit dem Fahrradfahren aus: Schwingt man sich ohne weitere Vorbereitung auf den Sattel und fährt los, wird der Hund mit großer Wahrscheinlichkeit einfach losstürmen und stark an der Leine ziehen. Ohne dem Hund Ruhe am Fahrrad zu vermitteln, wird man nur sein Stresslevel erhöhen, anstatt gemeinsam Sport zu machen. dpa