Wohnen & Garten

Perfekte Wurst

  


25.03.2021

Man kann sie drehen und wenden wie man will: Die Bratwurst belegt bei den beliebtesten Grillgerichten unangefochten den ersten Platz. Es ist schließlich kinderleicht, sie zu grillen. Oder?
         

Gartencenter Hilgert

Warum sollten die Würstchen vorher eingeschnitten werden?

Das hat zunächst einmal einen optischen Effekt. Schließlich isst das Auge ja auch hier mit. Das „Anritzen“ verhindert ein „unkontrolliertes“ Aufplatzen der Hülle, wodurch die fertigen Grillwürste weitaus appetitlicher aussehen.

Ob man nun alle zwei, drei Zentimeter auf der Ober- und Unterseite einritzt oder die, ebenfalls sehr beliebte, Variante der kreuzförmigen Schnitte nutzt, macht dabei durchaus einen Unterschied: Denn das Einschneiden der Haut hat den Effekt, dass sich die Oberfläche der Wurst vergrößert und somit den leckeren Röstaromen mehr Platz gegeben wird. Mit rautenförmigen Einschnitten ist der Effekt entsprechend größer.

Worauf kommt es eigentlich beim Rösten an?

Nachdem die Würste langsam auf die gewünschte Kerntemperatur (ca. 70°C) gebracht wurden, werden sie bei möglichst hoher Hitze in den direkt Bereich gelegt und je nach gewünschter Röstung zwei bis drei Minuten von jeder Seite gegrillt. Profis achten hier gern darauf, tatsächlich alle vier Seiten der Wurst zu rösten, um die wenig beliebten „Berliner Streifen“ zu vermeiden.


"Das Einschneiden der Haut hat den Effekt, dass sich die Oberfläche der Wurst vergrößert."


Wie kann man die Würstchen am besten grillen?

Einfach den Grill auf rund 200 Grad aufheizen und die Würste für rund 10 bis 15 Minuten bei geschlossenem Deckel im indirekten Bereich des Grills liegen lassen. Das hat den großen Vorteil, dass die Würstchen langsam und insbesondere bis ins Innere schonend auf die gewünschte Temperatur gebracht werden. Und wenn es mal länger dauern muss, können sie sogar bis zu 30 Minuten und mehr in der indirekten Zone verbleiben, ohne dass sie austrocknen. Erst zum Schluss bekommen die Würste dann über direkter Hitze die gewünschte Röstung. Diese „Reverse Sear“-Methode (Rückwärtsgaren) wird auch gern bei dicken, saftigen Steaks wie Porterhouse, Rib Eye oder Rumpsteak angewandt und liefert auch bei saftig-würzigen Bratwürsten ganz hervorragende Ergebnisse. Zudem minimiert es die Gefahr, dass die Würste verkohlen, dabei aber in der Mitte doch noch nicht ganz durch oder bestenfalls lauwarm sind. Text Marc Lorenz / Fotos AdobeStock