Familie

Das erste Pedelec

Wer für die Familie die Anschaffung von Elektrofahrrädern plant, kann angesichts des enormen Angebots schnell den Überblick verlieren. Worauf Anfänger unbedingt achten sollten.

Pedelec für Performance: Elektrounterstützung gibt es mittlerweile für jede Fahrradgattung, so natürlich auch für Mountainbikes. FOTO TOBIAS HASE/DPA

19.08.2021

Pedelecs boomen, die Zuwachsraten steigen jährlich – wie machen sich Anfänger mit den auch E-Bikes genannten Elektrofahrrädern vertraut? „Einen ersten Überblick bieten die zahlreichen Informationsangebote im Internet, etwa von ADAC oder ADFC“, sagt René Filippek. „Im Bahnhofsbuchhandel finden sich mittlerweile eine ganze Reihe von ausgewiesenen Fachmagazinen zum Thema Elektrofahrrad, die gezielt gerade auch Einsteiger ansprechen“, weiß der Experte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Dass ein von einem E-Motor unterstütztes Fahrrad deutlich teurer ist als ein traditionell ausschließlich mit Muskelkraft angetriebenes, versteht sich von selbst. „Der Durchschnittsverkaufspreis für ein normales Fahrrad liegt bei 850, der für ein E-Bike bei etwa 2300 Euro“, nennt Gunnar Fehlau Zahlen. Der Journalist vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) gibt auch die Zeitschrift „Fahrstil“ heraus.

Filippek zieht die untere Grenze mit 1800 Euro tiefer, warnt aber wie Fehlau gleichzeitig vor vermeintlichen Baumarkt-Schnäppchen. „Davon sollte man die Finger lassen, wegen der mangelnden Qualität, und auch, weil hier der Ansprechpartner fehlt, wenn es nach dem Kauf ein Problem gibt.“ Und die kommen bei diesen Angeboten nicht selten vor.

Derjenige, der billig kaufe, der kaufe letztlich zweimal, sagt Robin Schmitt. „Ein Auto kauft man ja auch nicht beim Discounter, sondern beim Fachhändler, der auch Ansprech- und Servicepartner ist“, so der Chefredakteur der Zeitschrift „E-Mountainbike“. „Für solide Technik muss man mindestens 2500, für ein voll gefedertes E-Bike eher gar 4000 Euro in die Hand nehmen.“ Schmitt rät, weitere 200 bis 300 Euro für Helm, Fahrradbekleidung und sonstiges Equipment miteinzuplanen.

Nach dem Budget ist der Einsatzzweck zu klären. Wer mit dem Rad zur Arbeit fahren wolle, vielleicht sogar im Winter, oder eventuell eine Strecke mit langen Bergpassagen hat, der benötigt ein anders geartetes E-Bike, als wenn es im Sommer vielleicht drei-, viermal zum Biergarten gehen solle, skizziert Fehlau.

Und Filippek ergänzt: „Die rustikale Optik eines Mountainbikes mag vielen gefallen, aber nicht jeder benötigt eines“. Alltagsradlern und Berufspendlern könnte da ein ab Werk mit Beleuchtung, Schutzblechen und Gepäckträger ausgerüstetes Trekkingrad dienlicher sein.

Neben diesen klassischen Entscheidungskriterien sollten aber auch die Komponenten, die das Elektro-Fahrrad vom normalen abheben, die Auswahl beeinflussen. Also E-Motor und Akku.

Mittelmotoren bieten die beste Performance, seien aber etwas teurer als Nabenmotoren, die wiederum konstruktionsbedingt bei steilen Anstiegen schnell an ihre Grenzen kommen, so Schmitt.

Als mit Abstand bester Antrieb gilt heute der auch am häufigsten verbaute Mittelmotor, aber auch hier gibt es von Anbieter zu Anbieter deutliche Unterschiede in der Leistungscharakteristik. dpa