Vorsorge wird zu wenig genutzt

Darmkrebsmonat März: Corona-Pandemie sorgt für Einbrüche bei Koloskopien.

Männer können schon ab 50 statt ab 55 Jahren an der Krebs-Vorsorge teilnehmen. Sie werden per Anschreiben von ihrer Krankenkasse zu dieser Vorsorge eingeladen. FOTO: AOK/HF

20.03.2022

DORTMUND. Seit vielen Jahren steht der Monat März im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Und das nicht ohne Grund: Eine Langzeit-Auswertung der AOK Nord-West für die Jahre 2011 bis 2020 macht deutlich, dass die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen viel zu wenig genutzt wurden. So wurden in Westfalen-Lippe nicht einmal 43 Prozent der anspruchsberechtigten Menschen, die im vergangenen Jahr 65 Jahre alt waren, in den vergangenen zehn Jahren von der Darmkrebsvorsorge erreicht. „Bei der Darmkrebsvorsorge ist noch viel Luft nach oben. Wir appellieren an die Menschen in Westfalen-Lippe, unbedingt die Möglichkeit der Darmspiegelung zu nutzen, um Symptome medizinisch abklären zu lassen oder im Rahmen der Vorsorge Darmkrebs frühzeitig zu erkennen – auch unter den Bedingungen der Pandemie“, sagt AOK-Vorstandschef Tom Ackermann.Kern der Darmkrebs-Früherkennung sind die Darmspiegelungen (Koloskopien). Über diesen Weg lassen sich schon Vorstufen von Darmkrebs erkennen und überwiegend bereits während der Untersuchung entfernen. Allerdings wurden in der bisherigen Corona-Pandemie deutlich weniger Darmspiegelungen durchgeführt.Auffällig ist, dass bei AOK-Versicherten in Westfalen-Lippe besonders Koloskopien in Krankenhäusern stark rückläufig waren. „Das liegt einerseits daran, dass die Krankenhäuser planbare Eingriffe zeitlich verschoben haben. Andererseits hatten viele Menschen Sorge, sich im Krankenhaus mit Covid-19 zu infizieren und verzichteten deshalb trotz typischer Symptome auf die wichtige Untersuchung“, so Ackermann.Mehr Informationen zum Thema Darmkrebsfrüherkennung gibt es unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services.